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Lipödem-Übungen: welche Bewegungen sind besser geeignet?

4.5.2026

Warum ist Bewegung bei Lipödem wichtig?

Wenn man von Bewegung bei Lipödem spricht, denken die Patienten oft an „Sport treiben, um die Beine schlanker zu machen“. Das ist eine verständliche Erwartung, jedoch ist das Thema weitreichender. Lipödemgewebe reagiert nicht immer so schnell auf klassischen Gewichtsverlust und Bewegung, wie es erwartet wird. Daher wäre es nicht richtig, die Wirkung von Bewegung nur anhand der Veränderung der Beinumfänge in Zentimetern zu messen.

Bewegung kann dabei helfen, die Muskelkraft bei Lipödem zu erhalten, die Gelenkbelastung zu reduzieren, die Blut- und Lymphzirkulation zu unterstützen, das Schmerzempfinden zu regulieren und die Bewegungsfähigkeit zu erhöhen. Besonders niedrig belastende, regelmäßige und allmählich gesteigerte Bewegungen führen auf lange Sicht zu besseren Ergebnissen.

Hierbei geht es nicht darum, den Patienten zu überanstrengen, zu bestrafen oder zu sagen: „Wenn du mehr Sport machst, wird es besser“. Lipödem ist kein Willensproblem. Doch richtig ausgewählte Übungen sind eine wichtige Unterstützung im Mittelpunkt des Behandlungsplans.

Für die allgemeine Definition und Symptome von Lipödem siehe Was ist Lipödem? Der Artikel über Symptome, Stadien und Diagnoseleitfaden bildet den Rahmen dieses Themas.

„Ich mache Sport, aber meine Beine werden nicht schlanker. Ist das normal?“

Ja, dieses Phänomen kann bei Patienten mit Lipödem auftreten. Der Patient macht regelmäßig Spaziergänge, geht ins Fitnessstudio und achtet auf die Ernährung; der Taillenumfang oder die Veränderung des Oberkörpers verändern sich, aber die Beine werden nicht im gleichen Maße schlanker. Dieses Bild kann den Patienten sehr belasten. Sie könnten denken: „Offensichtlich arbeite ich nicht genug.“

Das Lipödemgewebe kann anders reagieren als normales Fettgewebe. Besonders in den Bereichen Oberschenkel, Knie, Waden oder Hüfte kann lipödematöses Gewebe widerstandsfähiger gegen Gewichtsverlust sein. Dieser Widerstand bedeutet jedoch nicht, dass Bewegung ineffektiv ist.

Auch wenn sich der Beinumfang durch Bewegung nicht sehr schnell verändert, können Schmerzen abnehmen, das Gefühl von Schwere am Ende des Tages kann sich verringern, Treppensteigen kann einfacher werden, das Gleichgewicht kann sich verbessern, die Gehzeit kann steigen und die Kompression kann besser toleriert werden. All dies sind auch Therapieantworten.

Deshalb sollte die Kontrolle nicht nur mit der Waage oder dem Maßband erfolgen. Der Schmerzgrad, die Bewegungsfähigkeit, der Sitz von Kleidung, das Gefühl von Fülle in den Beinen am Ende des Tages, die Schlafqualität und das Energieniveau sollten gemeinsam bewertet werden.

Das Ziel von Bewegung bei Lipödem ist nicht nur Gewichtsverlust

Bei Übungen für Lipödem müssen die Ziele klar definiert werden. Sicherlich ist die Gewichtsregulation wichtig. Übergewicht kann die mechanische Belastung auf die Beine erhöhen, die venöse Zirkulation belasten, die lymphatische Belastung erhöhen und den Schmerz verstärken.

Bei Patienten mit Lipödem ist jedoch der einzige Zweck von Bewegung nicht der Gewichtsverlust. Bewegung wird auch dazu eingesetzt, die Muskulatur zu stärken, die Gelenke zu schützen, das Gleichgewicht zu verbessern, das Sturzrisiko zu reduzieren, die Körperhaltung zu korrigieren und den Lymphfluss zu unterstützen.

Die Muskelpumpe spielt hierbei eine wichtige Rolle. Die Muskelpumpe ist der Mechanismus, der hilft, durch Kontraktion und Entspannung der Beinmuskeln das Blut und die Gewebsflüssigkeit nach oben zu transportieren. Das bedeutet, Bewegung verbrennt nicht nur Kalorien; sie unterstützt auch die Zirkulation.

Herbst et al. (2021 [4]) empfehlen eine Bewertung von Haltung, Gleichgewicht, Muskelkraft, Gehen, Hypermobilität und Lymphödem bei Patienten mit Lipödem; sie empfehlen auch, dass die Übungspläne individuell angepasst werden. Dieser Ansatz ist sicherer als die „einheitliche Sportliste für alle“ Mentalität.

Welche Übungen sind besser für Lipödem geeignet?

Bei Lipödem werden im Allgemeinen niedrig belastende Übungen besser toleriert. Niedrig belastende Übungen bedeuten Bewegungen, die keine starken Schläge auf die Gelenke ausüben. Gehen, Wassergymnastik, Radfahren, Ellipsentrainer, Pilates, kontrollierte Kraftübungen, Dehnungs-, Mobilitäts- und Atemübungen können in diese Kategorie fallen.

Hierbei ist nicht der Name der Übung wichtig, sondern die Reaktion des Patienten auf diese Übung. Ein Patient findet beim Gehen Entspannung, während ein anderer Wadenbeschwerden haben kann. Ein Patient kann beim Wassergymnastik sehr gute Ergebnisse erzielen, ein anderer hat möglicherweise keinen Zugang zum Pool. Ein Patient kann leichte Widerstandsübungen gut tolerieren, während bei einem anderen mehr Vorsicht aufgrund einer Gelenkhypermobilität erforderlich ist.

Bei der Auswahl der Übungen sollten das Stadium des Lipödems, der Schmerzgrad, der Gewichtsstatus, die Knie- und Hüftgelenke, Varizen oder venöse Insuffizienz, Lymphödemzeichen, Gleichgewicht, Muskelkraft und das tägliche Leben des Patienten gemeinsam bewertet werden.

Annunziata et al. (2024 [2]) betrachten Sport als einen wichtigen Teil eines nicht-medikamentösen Ansatzes bei Lipödem und betonen, dass die metabolischen, lymphatischen, entzündlichen und funktionellen Effekte von Bewegung gemeinsam berücksichtigt werden sollten.

Was versteht man unter niedrig belastenden Übungen?

Niedrig belastende Übungen beinhalten weniger Sprünge, intensives Laufen, plötzliche Richtungswechsel oder Bewegungen, die dem Gelenk hohe Belastungen aufdrücken. Dieser Ansatz ist bei Patienten mit Lipödem in der Regel sicherer und nachhaltiger.

Beispielsweise können kontrolliertes, zügiges Gehen, Gehen im Wasser, Schwimmen, stationäres Radfahren, elliptisches Training, langsame Tänze, geeignete Übungen im Reformer-Pilates, kontrollierte Variationen im Matten-Pilates und Übungen mit Widerstandsbändern genannt werden.

Diese Übungen geben den Beinen Bewegung, aktivieren die Muskelpumpe und unterstützen die Zirkulation. Gleichzeitig reduzieren sie das Risiko einer Überlastung der Knie-, Hüft- und Sprunggelenke.

Bei Patienten mit Lipödem ist der Gedanke „Wenn ich nicht schwitze, hilft es nicht“ nicht korrekt. Besonders in der Anfangsphase ist regelmäßige, schmerzfreie und nachhaltige Bewegung wertvoller.

Ist Gehen bei Lipödem nützlich?

Gehen ist für viele Patienten mit Lipödem die zugänglichste Übung. Es erfordert keine zusätzliche Ausrüstung, kann in den Alltag integriert werden und aktiviert die Muskelpumpe. Die Dosis des Gehens muss jedoch richtig eingestellt werden.

Bei Patienten mit starken Schmerzen, Knieproblemen, erheblichen Gewichtlasten oder intensiven Empfindungen in den Waden können lange Spaziergänge anfangs belastend sein. In diesem Fall können anstelle von 45-60 Minuten langen Spaziergängen kürzere Spaziergänge von 5-10 Minuten in den Tag integriert werden.

Zum Beispiel kann anfangs zwei- oder dreimal täglich 8-10 Minuten spaziert werden. Wenn der Patient gut mit Schmerzen, Schwellungen und Müdigkeit zurechtkommt, kann die Zeit allmählich erhöht werden.

Auch der Untergrund spielt beim Gehen eine Rolle. Harte und steile Untergründe können bei einigen Patienten die Knie- und Sprunggelenkbelastung erhöhen. Ein flacherer Untergrund, unterstützendes Schuhwerk und gegebenenfalls der Einsatz von Kompression können das Gehen erleichtern.

Warum können Wasserübungen entspannend sein?

Wasserübungen können eine der am besten tolerierten Optionen bei Lipödem sein. Die Auftriebskraft des Wassers reduziert die Gelenkbelastung. Der Wasser Druck erzeugt eine natürliche Kompression auf das Gewebe. Daher fühlen sich einige Patienten nach dem Gehen, Wasseraerobic oder Schwimmen im Pool leichter in den Beinen.

Das Gehen im Wasser reduziert die Belastung auf Knien und Hüften und trainiert gleichzeitig die Beinmuskulatur. Besonders für schmerzhafte, übergewichtige Patienten, die Schwierigkeiten mit Landübungen haben, kann dies ein guter Einstieg sein.

Hierbij geht es nicht um Leistung mit hohem Tempo. Der Patient kann kontrolliertes Gehen im Wasser, sanfte Beinheber- und -senkbewegungen, Fersen- und Zehensteigerungen, Hüftbewegungen und rhythmische Übungen mit Atemunterstützung durchführen.

Für Patienten ohne Zugang zu einem Pool ist dies eine zwingende Bedingung. Aber für Patienten mit Zugriff können Wasserübungen sehr gut in das Lipödemprogramm integriert werden.

Sind Widerstandsübungen bei Lipödem sicher?

Ja, wenn sie richtig geplant werden. Widerstandsübungen sind das Training der Muskeln gegen eine Last. Diese Last kann das Körpergewicht, ein Widerstandsband, kleine Gewichte, Maschinen oder Wasserwiderstand sein.

Widerstandsübungen sind bei Patienten mit Lipödem wichtig, um die Muskelmasse zu erhalten. Die Muskelmasse unterstützt die metabolische Gesundheit, schützt die Gelenke und hilft dem Kreislaufsystem. Besonders während einer Gewichtsreduktion kann Widerstandstraining zusammen mit Eiweiß helfen, Muskelabbau zu reduzieren.

Es ist nicht notwendig, zu Beginn mit schweren Gewichten zu arbeiten. Kontrolliertes Aufstehen von einem Stuhl, Wandkniebeugen, Hüftabduktionsübungen mit Widerstandsband, leichte Brückenübungen, sitzende Beinabduktionsbewegungen und Bandübungen für den Oberkörper können gute Anfänge sein.

Wenn es Probleme mit Knien, Hüften oder dem Rücken gibt oder Hypermobilität vorliegt, sollte die Übungsauswahl sorgfältiger getroffen werden. Hypermobilität bedeutet, dass die Gelenke eine größere Bewegungsfreiheit als normal haben. Bei diesen Patienten können unkontrollierte Dehnungen und Bewegungen in übermäßigen Gelenkspiel zu Beschwerden führen.

Die Beziehung zwischen Muskelpumpe und Lymphfluss

Für den Aufstieg von Blut und Lymphflüssigkeit in den Beinen ist die rhythmische Arbeit der Muskeln wichtig. Die Wadenmuskeln sind hier besonders bedeutend. Gehen, Fersenheber, Fußgelenk Pumpbewegungen, leichte Radübungen und Wassermovements unterstützen diesen Mechanismus.

Das lymphatische System ist das System, das überflüssige Flüssigkeit und Proteine zwischen den Geweben wieder in die Zirkulation zurückführt. Auch wenn Lipödem nicht direkt wie klassisches Lymphödem beginnt, gewinnt aufgrund der Gewebebelastung und des Ödemgefühls die lymphatische Unterstützung an Bedeutung.

Deshalb kann langes und bewegungsfreies Sitzen oder Stehen bei einigen Patienten das Gewichtsempfinden in den Beinen erhöhen. Kurze Bewegungspausen, Fußgelenk Pumpbewegungen und leichte Spaziergänge, die sich über den Tag verteilen, sind in der Praxis nützlich.

Diese Bewegungen wirken zwar klein, mindern jedoch nicht ihren Wert. Es ist nicht erforderlich, dass jeder Patient ins Fitnessstudio geht. Manchmal ist der erste Schritt, die Muskelarbeit der Beinmuskeln im Laufe des Tages häufiger aufzunehmen.

Warum sollten Atemübungen in das Programm aufgenommen werden?

Das Zwerchfell ist eine einfache, aber wertvolle Unterstützung im Lipödemprogramm. Das Zwerchfell ist der Hauptatemmuskel, der sich zwischen der Brust- und Bauchhöhle befindet. Tiefes und kontrolliertes Atmen kann durch rhythmische Ablenkungen des intraabdominalen Drucks die lymphatische Zirkulation unterstützen.

Darüber hinaus können Atemübungen eine beruhigende Wirkung auf das Nervensystem haben. Dies ist wichtig für Patienten mit Schmerzen, Stress und Schlafstörungen. Wenn der Stress steigt, können Muskelverspannungen, Schmerzwahrnehmung und Essverhalten betroffen sein.

Eine einfache Anwendung könnte so aussehen: In Rückenlage oder in einer bequemen Sitzposition langsam durch die Nase einatmen und dem Bauch erlauben, sich leicht zu heben, dann langsam ausatmen. Dies kann 3-5 Minuten lang durchgeführt werden.

Atemübungen sind keine alleinige Behandlung des Lipödems. Aber manuelle Lymphdrainage, Kompression und niedrig belastende Übungen bieten eine ausgewogenere Unterstützung zusammen.

Was bewirken Dehnungs- und Mobilitätsübungen?

Dehnungs- und Mobilitätsübungen unterstützen die Beweglichkeit der Gelenke und die weiche Bewegung des Gewebes. Bei Patienten mit Lipödem können Schmerzen, Gewichtsempfinden, Haltungsstörungen und Vermeidung von Bewegung dazu führen, dass einige Muskelgruppen verspannt sind.

Mobilitätsübungen betreffen kontrolliertes Bewegen des Gelenks. Dehnung hingegen ist das sanfte Verlängern von Muskeln und Bindegewebe. Diese beiden sollten nicht verwechselt werden. Bei Patienten mit Hypermobilität kann kontrollierte Stärkung vorrangig sein, anstelle von Überdehnung.

Die Hüftbeuger, Oberschenkelrückseite, Waden, Knöchelregion, die Lenden- und Rückenpartie können sanft mobilisiert werden. Bei Patienten, die viel sitzen, könnten gezielte Übungen für Hüfte und Unterleib den Gehkomfort erhöhen.

Dehnen sollte nicht die Schmerzgrenze überschreiten. Das Lipödemgewebe kann empfindlich sein. Das Ziel ist nicht, „trotz Schmerz auszuhalten“, sondern die Beweglichkeit sicher zu erhalten.

Von welchen Übungen sollte man Abstand nehmen?

Es gibt keine einheitliche Liste für alle, die für Lipödem verbotene Übungen ist. Einige Bewegungen können jedoch besonders in der Anfangsphase oder bei Patienten mit starken Schmerzen herausfordernd sein.

Starke Sprünge, hochintensives Laufen, plötzliche Richtungswechsel, unkontrollierte Kniebeugen-Lungen mit schwerem Gewicht, gelenkbelastende HIIT-Trainings und langfristig intensive Übungen können bei einigen Patienten die Schmerzen verstärken.

HIIT bedeutet hochintensives Intervalltraining. Bei einigen Personen kann es richtig geplant eingesetzt werden. Doch bei Patienten mit Lipödem sollte es nicht als Einstieg verstanden werden. Zuerst sollten grundlegende Ausdauer, Muskelkontrolle, Gleichgewicht, Gelenkstabilität und Schmerz-Toleranz bewertet werden.

Wenn der Schmerz innerhalb von 24-48 Stunden nach dem Training signifikant zunimmt, wenn in den Beinen übermäßige Fülle auftritt, der Patient Schwierigkeiten hat zu gehen oder wenn die Mondsichel zunimmt, könnte das Programm zu intensiv sein. In diesem Fall sollte die Dosis des Trainings verringert und der Plan neu gestaltet werden.

Sollte man während des Trainings Kompression nutzen?

Kompression kann das Training für einige Patienten mit Lipödem angenehmer gestalten. Kompressionskleidung bietet Unterstützung für das Gewebe, kann das Gefühl der Schwere am Ende des Tages verringern und dem Patienten helfen, sich bei der Bewegung sicherer zu fühlen.

Allerdings toleriert nicht jeder Patient die Kompression während des Trainings auf die gleiche Weise. Warme Witterung, Hautempfindlichkeit, falsche Größenwahl, Falten oder Druckstellen können Unannehmlichkeiten verursachen. Wenn das Kompressionsprodukt zu eng oder schlecht geschnitten ist, kann es dem Training im Weg stehen.

Gehen, leichte Widerstandsübungen und längere Stehzeiten können bei einigen Patienten mit geeigneter Kompression von Vorteil sein. Bei Wasserübungen unterstützt der Druck des Wassers hingegen.

Die Wahl der Kompression sollte individuell getroffen werden. Venöse Insuffizienz, Anzeichen von Lymphödem, Hautzustand und die Toleranz des Patienten sollten gemeinsam bewertet werden.

Wie sollte man mit Schmerzen bei der Bewegung beginnen?

Mit schmerzhaftem Lipödem zu beginnen, kann eine Herausforderung sein. Der Patient könnte denken, er wird beim Bewegen Schmerzen haben. Wenn er vorher schlechte Erfahrungen beim Sport gemacht hat, könnte er ganz darauf verzichten. In diesem Fall ist das Ziel ein kleiner und sicherer Anfang.

In der ersten Phase können 5-10 Minuten Gehtraining, sitzende Fußgelenk-Pumpbewegungen, kontrollierte Haltungsübungen an der Wand, Zwerchfellatmung, sanfte Mobilität und Wasserbewegungen verwendet werden.

Schmerzgrade von 0-10 können verfolgt werden. Ein leichtes Gefühl von Anstrengung während des Trainings ist akzeptabel, aber stechender Schmerz, Brennen, das Gefühl der Gelenkauflösung oder deutliche Verschlechterung am nächsten Tag sollten vermieden werden.

Anfangs können 2-3 kurze Trainingseinheiten pro Woche ausreichen. Wenn der Patient sich anpasst, kann die Zeit und Frequenz erhöht werden. Nachhaltige Bewegung bei Lipödem ist wertvoller als kurzfristige intensive Belastung.

Beispiel eines wöchentlichen Lipödem-Trainingsplans

Dieser Plan ist ein allgemeines Beispiel; er ist möglicherweise nicht für jeden Patienten geeignet. Er sollte entsprechend Schmerz, Gewicht, Gelenkzustand, venöser Insuffizienz, Lymphödem und allgemeinem Gesundheitszustand angepasst werden.

Montag: 15-20 Minuten zügiges Gehen, danach 5 Minuten Fußgelenk-Pumpbewegungen und Waden Dehnungen.

Dienstag: 20-30 Minuten Wassergymnastik oder Schwimmen. Wenn kein Pool vorhanden ist, 10 Minuten Mobilität und 10 Minuten Atem-Trainingskombination zu Hause.

Mittwoch: Leichte Hüft- und Oberkörperübungen mit einem Widerstandsband. Kontrolliertes Aufstehen von einem Stuhl, Wand-Liegestützen, Zugbewegungen mit dem Widerstandsband und Fersenheben.

Donnerstag: Aktive Erholung. Kurze Spaziergänge, Dehnungen, Atemübungen und sich über den Tag verteilende Bewegungspausen.

Freitag: 20 Minuten Gehen oder stationäres Radfahren. Danach 5-8 Minuten Mobilität.

Samstag: Leichte Widerstandsübungen und Gleichgewichtsübungen. Bewegungen wie das Stehen auf einem Bein sollten gegebenenfalls mit Unterstützung durchgeführt werden.

Sonntag: Ruhe oder leichte Spaziergänge. Wöchentliche Schmerz-, Energie-, Mess- und Kleidungsanpassungen können überprüft werden.

Der Zweck dieses Plans ist nicht, den Patienten zu überfordern, sondern eine Struktur zu schaffen. Bei Bedarf können die Zeiten auf bis zu 5 Minuten verkürzt werden. Wichtig ist, dass die Übungen regelmäßig und gut tolerierbar sind.

Wie sollten Ernährung, Massage und Bewegung zusammen betrachtet werden?

Bewegung sollte bei Lipödem nicht isoliert betrachtet werden. Die Ernährung unterstützt die metabolische Basis. Bewegung verstärkt die Muskelpumpe und das Bewegungskapazität. Manuelle Lymphdrainage, eine spezielle Massagetechnik zur Unterstützung des Lymphflusses, kann bei einigen Patienten zur Entspannung des Gewebes beitragen. Kompression kann bei geeigneten Patienten das Gefühl von Schwere und Schwellung verringern.

Daher schafft ein gutes Programm eine Verbindung zwischen diesen Themen. Wenn der Patient neu mit ketogener oder Low-Carb-Ernährung beginnt, kann die Trainingsintensität in den ersten Wochen geringer gehalten werden. Wenn die Elektrolytbalance gestört ist, kann die Müdigkeit zunehmen. An Tagen mit manueller Lymphdrainage können leichtere Bewegungen bevorzugt werden.

Für diejenigen, die die Ernährung detaillierter lesen möchten, ergänzen die Artikel über Ernährung bei Lipödem und über ketogene und Low-Carb-Ernährung bei Lipödem diesen Artikel.

Wann sollte professionelle Unterstützung in Anspruch genommen werden?

Einige Patienten können sicher selbstständig mit Bewegung beginnen. In bestimmten Fällen ist es jedoch besser, fortzufahren mit einem Physiotherapeuten, Bewegungsspezialisten, Gefäßchirurgen oder einem Gesundheitsprofi, der sich in Lymphödem auskennt.

Wenn Schmerzen in den Knien oder Hüften deutlich sind, wenn es Gleichgewichtsstörungen gibt, häufige Stürze auftreten, Schwellungen am Fußrücken oder Anzeichen eines Lymphödems vorliegen, wenn obstruktive Fettleibigkeit die Situation verschärft oder wenn Anzeichen von Varizen oder venöser Insuffizienz deutlich sind; wenn die Schmerzen nach dem Training stark zunehmen, sollte eine professionelle Bewertung erfolgen.

Bei plötzlichem unilateralen Schwellungen des Beins, Rötung, Temperaturerhöhung, neu auftretenden starken Waden Schmerzen, Atemnot oder Brustschmerz sollte kein Training stattfinden; es sollte sofort eine medizinische Bewertung erfolgen.

Bewegung bei Lipödem ist wertvoll. Aber sie ist noch wertvoller, wenn die Bewegung richtig ist, in der richtigen Dosis zur richtigen Zeit erfolgt.

Häufig gestellte Fragen

Frage: Welche Übungen sind besser für Lipödem geeignet?

Antwort: Bei Lipödem werden im Allgemeinen niedrig belastende Übungen besser toleriert. Gehen, Wasserübungen, Schwimmen, stationäres Radfahren, elliptische Trainingsgeräte, Übungen mit Widerstandsbändern, geeignete Pilatesbewegungen, Mobilitäts- und Atemübungen sind empfehlenswert.

Frage: Führt Gehen bei Lipödem zu schlankeren Beinen?

Antwort: Gehen aktiviert die Muskelpumpe, unterstützt die Zirkulation und kann die Bewegungsfähigkeit erhöhen. Allerdings können lipödematöse Bereiche widerstandsfähiger gegen Gewichtsverlust und Bewegung sein. Daher sollte die Wirkung des Gehens nicht nur durch die Schlankheit der Beine bewertet werden.

Frage: Ist das Arbeiten mit Gewichten bei Lipödem schädlich?

Antwort: Widerstandsübungen sind nicht schädlich, wenn sie richtig geplant werden. Sie können dazu beitragen, die Muskelmasse zu erhalten, die Gelenke zu unterstützen und die metabolische Gesundheit zu stärken. Anstelle von schweren und unkontrollierten Übungen sollten leichte bis mittelintensive, technisch ausgerichtete und individuell angepasste Übungen bevorzugt werden.

Frage: Warum werden Wasserübungen bei Lipödem empfohlen?

Antwort: Wasser reduziert die Belastung auf die Gelenke und übt einen natürlichen Druck auf das Gewebe aus. Daher können Wasserübungen wie Gehen im Wasser, Schwimmen oder Wasseraerobic bei einigen Patienten zu einem Gefühl der Erleichterung in den Beinen führen, was die Bewegungsfreiheit und die Toleranz für das Training steigern kann.

Frage: Ist es notwendig, während des Trainings Kompression zu tragen?

Antwort: Es ist nicht bei jedem Patienten erforderlich. Bei einigen Patienten kann geeignete Kompression während des Trainings jedoch eine Unterstützung für das Gewebe bieten und das Gefühl der Schwere am Ende des Tages verringern. Falsche Größenwahl, warme Witterung oder Hautempfindlichkeit können jedoch Unannehmlichkeiten verursachen. Es sollte individuell bewertet werden.

Frage: Soll ich weitermachen, wenn die Schmerzen nach dem Training zunehmen?

Antwort: Wenn der Schmerz nach dem Training erheblich zunimmt, wenn in den Beinen übermäßige Fülle auftritt oder der Patient am nächsten Tag Schwierigkeiten hat, sich zu bewegen, könnte die Trainingsdosis zu hoch sein. Die Zeit, Intensität und Auswahl der Übungen sollten verringert werden; gegebenenfalls sollte professionelle Unterstützung in Anspruch genommen werden.

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